18.08.23

Heizleistung richtig ermitteln – so geht’s!


Ob Neubau oder Sanierung – Heizkörper müssen richtig ausgelegt werden, damit sie nicht zu wenig oder zu viel Wärme produzieren. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie die benötigte Heizleistung überschlagsmäßig ermitteln können. Sparen Sie Energie und entlasten Sie Ihren Geldbeutel und die Umwelt gleichermaßen.



So macht es der Heizungsbauer


Für eine exakte Berechnung der Heizkörper ist der Fachmann zuständig. Der Heizungsbauer berechnet mit Hilfe der DIN EN 12831 für jeden Raum die benötigte Heizlast, so dass der Energieverbrauch minimiert wird. Faktoren wie das Baujahr und energetischer Zustand des Hauses, die Lage oder Art des Raumes, Vor- und Rücklauftemperatur spielen hier eine wesentliche Rolle. Aber vielleicht wollen Sie vorher bereits ungefähr wissen, was auf Sie zukommt. Dann ist da vereinfachte Verfahren zur Ermittlung der erforderlichen Heizleistung genau das richtige für Sie.



Überschlägige Heizkörperberechnung


Wie bereits erwähnt, ist die Heizlast-Berechnung eine komplizierte Angelegenheit. Für eine überschlägige Berechnung lassen sich folgende Werte annehmen:

  • 120 Watt/m²                     Altbau, ohne besondere Wärmedämmung
  • 60-100 Watt/m²              Gebäude mit normaler Wärmedämmung
  • 40-60 Watt/m²               Neubau mit Wärmeschutzverordnung 1995
  • 30-50 Watt/m²               Neubau nach Wärmeschutzverordnung bzw. EnEV 2002

Einen Zuschlag von 10 Prozent können Sie bei Bädern draufschlagen, denn bei diesen gilt eine Raumtemperatur von 24°C als Standard. Bei den übrigen Räumen werden 20°C als die Standard-Temperatur veranschlagt. Weniger Luft muss bei Dachschrägen aufgeheizt werden, daher dürfen hier 20 Prozent der ermittelten Leistung abgezogen werden.

Bei Räumen mit mehreren Außenwänden wird eine höhere spezifische Heizlast benötigt. Schwierig wird es, wenn ein Altbau teilweise energetisch saniert wurde. Da helfen dann nur noch Hilfe und Erfahrung von einem Experten.



Beispielrechnung:


Ein 40 m² großer Raum mit einem ungedämmten Altbau soll neue Heizkörper erhalten. Es ergibt sich eine erforderliche Heizkörperleistung von 40 m² x 120 Watt/m² = 4800 Watt.

Um diese Wattleistung zu erreichen, können Sie entweder einen großen Heizkörper wählen oder mehrere Kleine, welche in der Summe auf 4800 Watt Leistung kommen.

Beachten Sie, dass die obige Beispielrechnung für eine Vorlauftemperatur von 75°C, eine Rücklauftemperatur von 65°C und einer Raumtemperatur von 20°C gilt. Das ist die Normtemperatur nach der neuesten DIN EN-442 (75/65/20).

Wenn der Heizkörperhersteller nichts anderes angibt, müssen Sie eventuell den errechneten Wert für die benötigte Heizlast noch umrechnen, wenn Sie Ihre Heizung mit anderen Systemtemperaturen betreiben. Es sind dann ungefähr diese Zuschläge einzurechnen:

  • 77/55/20 = berechnete Heizkörperleistung x 1,24
  • 55/45/20 = berechnete Heizkörperleistung x 1,94



Ein Beispiel: 


Ein Heizkörper wird mit einer Leistung von 5000 Watt angegeben – das reicht nach obiger Rechnung. Allerdings nur, wenn mit einer Systemtemperatur von 75/65/20 geheizt wird.

Bei niedrigeren Systemtemperaturen sinkt die Leistung des Heizkörpers. Sie müssen daher eine leistungsfähigere Heizung wählen. Also bei einer Systemtemperatur von 55/45/20 einen Heizkörper mit einer Nennleistung von 4800 x 1,94 = 9312 Watt.

In jenem Fall lohnt es sich auf Produkte umzusteigen, welche auch für Niedertemperatur-System ausgelegt sind, zurückzugreifen. Unser umfangreiches Sortiment wurde extra hierfür erweitert, wodurch nun folgende Produkte gewählt werden können:


Die Wärmeleistung eines Heizkörpers wird hauptsächlich von der Höhe der Vorlauftemperatur sowie seiner Größe und Ausführung bestimmt. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto größer muss der Heizkörper sein.

Theoretisch – zum Glück gibt es aber Heizkörper, die für genau solche Situationen ausgelegt sind. Hierbei ist es einem dann selbst überlassen, welche Variante man wählt.

Bitte beachten Sie aber, dass es sich bei den Angaben um Richtwerte handelt. Je nach vorhandener Situation kann es zu Abweichungen der Angaben kommen. Für eine genaue Wärmebedarfsrechnung empfiehlt es sich daher immer einen Fachmann bzw. Installateur zu Rate zu ziehen.



Noch Fragen? – Wir beraten Sie gerne!